Kreative Wege der Achtsamkeit

Für Hochsensible aber auch für sehr viele andere Menschen ist es meiner Erfahrung und Ansicht nach von Bedeutung die eigene Achtsamkeit zu stärken, um mehr in der eigenen Mitte und im Hier und Jetzt wieder anzukommen. Wenn jemand den gegenwärtigen Augenblick wirklich vollkommen wahrnimmt, ist er oft auch dadurch in der Lage die schönen freudvollen Aspekte des Lebens viel intensiver zu spüren und wahrzunehmen.
Hochsensiblen fällt dies oft auch leicht aufgrund ihrer intensiven Wahrnehmung, vorausgesetzt sie schaffen es wirklich in der Gegenwart zu sein und nicht von all ihren Gedanken und inneren Bildern abgelenkt oder geschwächt zu werden.

Wenn Sinneseindrücke achtsam wahrgenommen werden, kann sich eine Verbindung mit der jeweiligen Umwelt entwickeln. Sich selbst als Person mit allen Gefühlen und Bedürfnissen wahrzunehmen ist notwendig, um mehr bei sich selbst anzukommen und um sich selbst besser kennenzulernen. Durch Achtsamkeit sich selbst gegenüber ist im Laufe der Zeit mehr Bewusstsein für das eigene Denken, Fühlen und Leben möglich. Mithilfe bestimmter Übungen zur Achtsamkeit kann die Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Person trainiert und verbessert werden. Mir selbst haben beispielsweise Bücher und Hörbücher des Autors Jon Kabat Zinn, der sich intensiv mit dem Thema Achtsamkeit wissenschaftlich beschäftigt hat, sehr dabei geholfen.

Häufig fällt es gerade hochsensiblen Menschen nicht ganz leicht zur Achtsamkeit und zur eigenen Mitte zu gelangen, da vieles was sie momentan erleben, lange und intensiv bei ihnen nachwirkt. Regelmäßige bewusste achtsame Zeiten sind daher sehr wichtig, um wieder im gegenwärtigen Moment ankommen zu können und bewusst zu leben.

Um die Achtsamkeit für den Augenblick wieder stärken zu können, ist es meiner eigenen Erfahrung nach beispielsweise gut, einen angenehmen ruhigen Ort in der Natur regelmäßig zu besuchen und ihn ganz bewusst zu erleben. Die Natur hat auf uns Menschen einen sehr beruhigenden und heilsamen Einfluss und kann dazu beitragen, wieder mehr ins eigene seelische Gleichgewicht zu finden und somit die Achtsamkeit zu erhöhen. Die vielen Gedanken und intensiven Gefühle hinsichtlich Zukunft oder Vergangenheit, die gerade bei Hochsensiblen manchmal verhindern, aktiv im Hier und Jetzt zu sein, können in der Natur oft zur Ruhe kommen.

Eine positive bereichernde Eigenschaft der Hochsensibilität besteht darin, dass auch die angenehmen Aspekte des Lebens intensiv wahrgenommen und geschätzt werden können. Hierzu zählen auch kreativie Ausdrucksformen wie Kunst und Musik. Hochsensible können dabei eine sehr große Freude erleben, unabhängig davon, ob sie Kunst oder Musik selbst praktizieren oder eine Kunstausstellung oder Musikstück erleben. Sie sind häufig sehr kreativ veranlagt in unterschiedlicher Hinsicht und empfinden den kreativen Ausdruck als stärkend und heilsam.

Eine kreative Möglichkeit der Achtsamkeit besteht beispielsweise darin selbst zu malen oder zu zeichnen. In diesem Moment konzentriert man sich völlig auf ein bestimmtes Motiv oder eine Idee, die man zeichnen oder malen möchte. Ich selbst habe es schon oft als sehr meditativ empfunden zu malen oder zu zeichnen, da ich dann meine Gedanken hinsichtlich Zukunft oder Vergangenheit zur Ruhe bringen konnte somit und nur im Hier und Jetzt war bei meinem Bild, das ich malte.  Für mich ist die Kunst daher in jedem Fall eine sehr gute Methode achtsamer zu werden. Andere wählen auch andere kreative Wege wie Stricken oder Häkeln, was sie sehr beruhigen, erden und wieder mit der Gegenwart verbinden kann, wenn man sich ganz auf die eigene Kreativität einlässt. Auch Singen, Musizieren, Tanzen , Schreiben oder andere kreative Wege können Achtsamkeit sehr fördern.

Viele Menschen, gerade auch Hochsensible, fotografieren gerne und zeigen hierbei ein gutes Gespür für schöne Motivaufnahmen. Das Fotografieren wird häufig als meditativ erlebt und oft als Methode zur Erhöhung der eigenen Achtsamkeit empfunden. Ich selbst erlebe dies auch so und mich erdet es sehr, wenn ich fotografieren kann.
Gerade auch in Situationen mit vielen Menschen und Aussenreizen hilft mir das Fotografieren dabei besser filtern zu können in meiner Wahrnehmung. Ich konzentriere mich dann ganz bewusst auf ein bestimmtes Motiv und kann auch alles andere für den Moment fast ausblenden. Situationen aus der Vergangenheit oder Gedanken an die Zukunft treten in den Hintergrund und werden beruhigend still, da ich durch das Fotografieren achtsam für die Gegenwart werde und meine Konzentration darauf gerichtet ist.
Ich kenne einige Menschen, denen es diesbezüglich genauso geht, da ich oft dachte, dass es nur mir hierbei so ergeht. Wenn man achtsam fotografiert, kann dies auf eine ganz besondere Weise erdend und inspirierend sein, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Es fühlt sich ähnlich an wie eine Achtsamkeits-Meditation. Ich empfinde es als sehr schön, wenn sich das Hier und Jetzt dabei ganz intensiv anfühlt.

Vor allem in der Natur fotografiere ich gerne – insbesondere Blumen. Auf den unten stehen Bildern habe ich beispielsweise eine Blüte in Form eines Herzens entdeckt oder auf dem anderen Foto mehrere kleine zarte Blüten und eine Blüte, die sich sehr in den Mittelpunkt stellen wollte, um sich zu zeigen sozusagen. Solche kleinen Dinge fallen mir sehr intensiv auf oft und in Fotos lassen sich solche Momente gut festhalten. Die Natur erlebt man durch achtsames Fotografieren dann ganz anders, sehr bewusst und erhebt gewöhnliche Motive, an denen andere oder man selbst achtlos sonst vorbeigehen würde, zu ganz besonderen Motiven, Details und Perspektiven .

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Gerade bei Blumen sind sehr viele zarte Details oft zu entdecken und sie können sehr viel Stärkendes und Positives ausstrahlen finde ich . Hierzu passt ein sehr schönes Zitat von Ralph Waldo Emerson   : Blumen sind das Lächeln der Erde .

Das Schöne hinsichtlich der Hochsensibilität ist für mich immer wieder, dass ich mich häufig über diese kleinen Dinge sehr intensiv freuen kann. Wenn ich zum Beispiel einen freundlichen Menschen treffe, mir jemand, der mir viel bedeutet, etwas Liebes sagt oder schreibt, den Sonnenschein spüre oder die Natur achtsam bewundere, geht mein Herz sozusagen wieder auf, gerade wenn ich vielleicht vorher viele aufwühlende Gedanken oder Gefühle in mir hatte.
Daher finde ich Achtsamkeit so wertvoll und bin mir sicher, dass wir sie trainieren und verbessern können beispielsweise durch die genannten kreativen Möglichkeiten oder auch durch andere kreative Ausdrucksformen, die für einen selbst geeignet erscheinen.

 

 

 

 

 

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6 Gedanken zu “Kreative Wege der Achtsamkeit

  1. Hat dies auf Selbstsorge und Hochsensibilität rebloggt und kommentierte:
    Auch die Versenkung bzw das Eintauchen
    in die eigene Kreativität finde ich heilsam…
    Egal ob Du malst, fotografierst, tanzt, schreibst,
    singst … und dann ganz bei Dir bist,
    hilft Dir Dich zu fokussieren.
    Manchmal gelingen sogar so kleine Kunstwerke.

    Wichtig sind wohl weniger die Ergebnisse …
    Das “nicht denken“ ist nicht einfach…
    den Geist und Körper Achtsam
    im hier und jetzt zu halten,
    dafür haben wir „täglich“ eine Chance.
    So, wie im Artikel beschreiben,
    kann dies Freude bereiten .

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  2. Pingback: Kreative Wege der Achtsamkeit | Selbstsorge und Hochsensibilität

  3. Ich empfinde Fotografieren auch sehr meditativ, ich kann mich so voll auf den Moment einlassen. Allerdings kann es bei mir auch zur Sucht werden: Einmal angefangen nehme ich meine Umgebung nur noch durch die Linse wahr, mit dem Auge nach einem guten Motiv. Deshalb nehm ich mir auch bewußt Zeiten ohne Kamera, um bewußt die Natur oder Umgebung um mich herum wahrzunehmen, mit all meinen Sinnen da zu sein. ❤

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    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und ich freue mich dass dir mein Artikel gefällt und du dies auch nachempfinden kannst . Das was du beschreibst kenne ich auch . Ich habe vor ein paar Jahren auch noch mehr fotografiert und musste da genau wie du darauf achten, mich nicht zu sehr auf das Fotografieren zu konzentrieren. Es ist auch sehr wichtig die Natur einfach auch so achtsam zu geniessen, mittlerweile habe ich da einen guten Mittelweg gefunden . Ganz liebe Grüße an dich

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