Die Kraft der Stille

Da ich in der letzten Zeit immer wieder bemerkte, wie wohltuend und stärkend Zeiten der Stille sind, möchte ich hier darüber schreiben. Gerade für Hochsensible ist es in der immer schneller und oft auch lauter werdenden modernen Zeit notwendig, stille Zeiten zu erleben, um seelisch und körperlich auftanken zu können.

Häufig hilft ein ganz konkreter stiller Kraftort zum Beispiel in der Natur dabei, wieder zur Stille zurück zu finden fernab von der lauten Aussenwelt. Für mich ist dieser Ort zur Zeit meist der Wald oder ein Aufenthalt an irgendeinem Gewässer, einem See, Fluss, Meer oder Bach. Hier merke ich, wie ich oft innerhalb kurzer Zeit innerlich gut auftanken kann und innerlich still werde, mich sozusagen wieder mit mir selbst verbinden kann.
Auch die Stille-Meditation eignet sich besonders gut dafür den Zugang zur eigenen inneren Stille wieder zu finden.

Da hochsensible Menschen intensiver wahrnehmen und mehr Reize aufnehmen als Normalsensible, müssen sie auch viel mehr Aussenreize verarbeiten. Ihr natürlicher Filter für äußere und innere Reize ist durchlässiger als bei Nomalsensiblen. Die vielen und lauten Eindrücke können zu einer Überforderung des Sinnes- und Nervensystems führen, von der sie sich ausreichend dann erholen müssen. Um sich vor dieser Überreizung zu schützen suchen Hochsensible häufig intuitiv die Stille, da sie spüren, wie wichtig es für ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden ist, ihre Balance zwischen Aktivitäten und stillen Zeiten zu finden.

Stille bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Tönen oder anderen akustischen Lauten,sondern vielmehr auch die Einkehr in sich selbst, die dadurch erreicht werden kann. Somit hat Stille in unserem Leben sozusagen die wichtige Aufgabe, der inneren Ordnung, Harmonisierung und dem bewussten Erleben von Gefühlen und Gedanken zu dienen. Wenn man im Alltagsgetümmel die Verbindung zu sich selbst verloren hat, hilft sie den Kontakt wieder herzustellen.

Dieses Zitat zur Stille mag ich sehr gerne :
Die Stille stellt keine Fragen, aber sie kann uns auf alles eine Antwort geben.   (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Dichter )

Einen schönen lesenswerten Blogartikel zu dem Thema Stille und Hochsensibilität schrieb Elke Overhage :

Hochsensibilität und Stille

 

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Hochsensible kommunizieren anders

Ein typisches Merkmal hochsensibler Menschen besteht darin, dass sie sehr gerne tiefsinnige Gespräche führen und es ihnen häufig nicht leicht fällt, in bestimmten Situationen sich an Smalltalkthemen zu beteiligen. Ich selbst kenne das von mir auch sehr gut und habe mich daher in der letzten Zeit mit diesem Thema näher beschäftigt.
Die Bedürfnisse und Fähigkeiten im kommunkativen Bereich sind bei hochsensiblen Menschen anders als bei normalsensiblen Menschen. Diese Unterschiede zu verstehen kann einige Kommunikationsschwierigkeiten diesbezüglich vereinfachen meiner Ansicht nach.

Ich selbst finde es sehr schön, bereichernd und stärkend, wenn ich mich mit Menschen tiefsinnig über Gedanken, Gefühle und Erfahrungen vertrauensvoll austauschen kann. Solche tiefgreifenden Gespräche empfinde ich als entspannend und keineswegs als anstrengend. Hochsensible Menschen sprechen sehr gerne detailliert und intensiv über interessante Themen, über persönliche Erfahrungen oder ihr Gefühlsleben, wenn sie bei ihrem Gesprächspartner Interesse, Empathie und Offenheit diesbezüglich wahrnehmen. Sie teilen gerne Persönliches mit vertrauten Personen in Gesprächen . Mit ihren Gesprächspartnern fühlen sie intensiv mit und sind an der inneren Welt von anderen Menschen sehr interessiert.

Hochsensible wissen es sehr zu schätzen, wenn sie ehrliches Interesse an ihrer Person bei ihrem Gegenüber spüren. Sie sind zudem meist sehr gute Zuhörer und empfinden es als etwas sehr Schönes, wenn auch ihnen wirklich zugehört wird. Da sie es oft eher gewohnt sind, ihre Gefühle und Gedanken für sich zu behalten, ist es sehr wohtuend, wenn jemand ernsthaft Interesse zeigt und gesagtes nachvollziehen kann. Solche Begegnungen können das Herz hochsensibler Menschen sehr berühren und gerade im Austausch zwischen Hochsensiblen kommt es häufig zu diesen schönen Erlebnissen, wenn gegenseitig aufeinander eingegangen wird.  Dies wird als sehr entspannend und bereichernd erlebt.  In Gesprächen empfinden hochsensible Menschen Aufrichtigkeit, Warmherzigkeit, Tiefsinnigkeit, Empathie, Intelligenz, die Fähigkeit zu reflektieren, zu Fehlern zu stehen und zu lernen als sehr beeindruckend.

Hochsensible haben meist eine sehr differenzierte Meinung und können durchaus über diese sehr reflektiert und detailliert sprechen oder auch diskutieren. Eine einfache nicht hinterfragte Aussage reicht ihnen dagegen oft nicht aus. Daher sind allgemeine Urteile , die nicht auf einer reflektierten Meinung basieren, häufig ungünstige Gesprächsthemen in Unterhaltungen mit Hochsensiblen.

In vielen Situationen ist es nun aber nicht immer möglich sich tiefsinnig auszutauschen . So kann es beispielsweise in der Arbeitswelt wichtig sein, sich auch an Smalltalkthemen zu beteiligen, um nicht ausgeschlossen zu sein in Unterhaltungen. Oft fallen hochsensiblen Menschen diese Situationen sehr schwer. Sie überlegen lange, was sie zu einem der Smalltalkthemen sagen könnten und dann sind die anderen schon längst bei einem anderen Thema, wenn ihnen etwas passendes dazu eingefallen ist. Dies kann sehr anstrengend und auch frustrierend sein. Oberflächliche Themen langweilen hochsensible Menschen oft sehr schnell und sie ziehen sich aus diesen Themen oft zurück. Da sich Smalltalk nie ganz vermeiden lässt, ist es meiner Ansicht nach wichtig, damit umgehen zu können beziehungsweise zu verstehen, was dahinter steckt sozusagen. Denn für das menschliche Miteinander ist es oft sehr förderlich Smalltalk zu können beispielsweise, um neue Menschen überhaupt kennenlernen zu können und somit vielleicht auch sehr interessante Bekanntschaften zu machen.

Mittleweile kann ich Smalltalk auch einigermaßen gut hauptsächlich auch aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen, bei der ich mich immer wieder auf neue sehr unterschiedliche Menschen einstellen muss, um mit ihnen zu arbeiten zum Beispiel in beratender Tätigkeit. Allerdings ermüdet mich Smalltalk oft schnell , wenn ich länger damit konfrontiert bin. Häufig lenke ich das Gespräch dann in etwas tiefgründigere Themen, natürlich nur sofern dies in der Situation überhaupt Sinn macht. Dann empfinde ich das Gespräch als nicht mehr anstrengend.

Gerade für Hochsensible ist es aus solchen Gründen daher wichtig sich bewusst zu machen, dass Smalltalk durchaus seine Funktion und Aufgabe hat, der man sich oft nicht wirklich bewusst ist. Sehr lange Zeit habe ich nicht verstanden, warum die Menschen so angeregt über für mich völlig unbedeutende Themen oft sprechen, wie über Dinge, die gerade in den Medien sehr aktuell sind, über Kleidung oder über das Wetter. Mir erschien dies einfach nur sehr oberflächlich und es macht mir Mühe, da wirklich mitzureden. Ich vermisste die Tiefe und Persönliches in solchen Gesprächen und versuchte manchmal selbst tiefsinnige Themen einzubringen, was aber oft dazu führte, dass ich damit eher aneckte. Die tieferen Themen überforderten dann wiederum manchmal die anderen und das Thema wurde daher wieder schnell gewechselt. Diese Erfahrung machen sehr viele Hochsensible und fühlen sich oft damit als Aussenseiter in bestimmten Situationen.

Als ich vor einigen Jahren meine Hochsensibilität entdeckte und mir einiges dadurch klarer wurde, klärte sich auch mein Unverständnis für solche Gesprächssituationen insofern auf, als mir bewusst wurde, dass meine Bedürfnisse diebezüglich sich von den normalsensiblen Menschen unterscheiden. Hochsensible untereinander gehen wie oben beschrieben sehr schnell und gerne in Gesprächen in die Tiefe und fühlen sich dort wohl, sicher und verstanden.  Von Smalltalk dagegen verstehen sie oft sehr wenig und fühlen sich dabei unsicher.  Mit diesem Wissen konnte ich mich zwar immer noch nicht besser an Smalltalk beteiligen, aber ich befasste mich daraufhin mehr mit dem Thema, um es zu verstehen und um mich besser an bestimmten Gesprächen beteiligen zu können, wenn dies notwendig ist.

Smalltalk kann man verstehen und ihn wie eine eigene Sprache für bestimmte Situationen, die sich nicht vermeiden lassen manchmal, erlernen. Gerade aufgrund ihrer Empathie und Wahrnehmung können hochsensible Menschen sich das auch gut aneignen.

Zur Bedeutung von Smalltalk

Kommunikation hat immer zwei Seiten, eine verbale und eine nonverbale. Die verbale Botschaft ist das, was an inhaltlichen Fakten mitgeteilt wird. Die nonverbale Botschaft besteht aus Gestik, Mimik, dem Tonfall und dem Klang der Stimme beispielsweise. Wir nehmen unbewusst diese nonverbalen Aspekte sehr viel intensiver auf als die wirklichen Inhalte, über die gesprochen wird.

Meistens erwarten hochsensible Menschen, dass die verbale und die nonverbale Botschaft eine gleichwertige Rolle spielen. Dies ist jedoch beim Smalltalk keineswegs so. Die verbalen Inhalte haben hierbei kaum eine Bedeutung. Da diese Botschaft hier überwiegend als Trägerin von nonverbalen Aspekten dient. Hierbei spielt demnach hauptsächlich Nonverbales eine Rolle.

Bleibt man auf der inhaltlichen Ebene unverbindlich und oberflächlich, bietet sich die Möglichkeit andere hinsichtlich nonverbaler Aspekte kennenzulernen hinsichtlich des Charakters, des Tonfalls der Stimme oder der Ausstrahlung.  Auf diese Weise kann man auch gut erkennen, ob jemand einem sympathsich sein könnte oder eben nicht. Wenn ich feststellen muss, dass mir jemand keineswegs sympathisch ist, hat der Smalltalk den großen Vorteil, das Gespräch leicht wieder zu beenden, ohne dass der andere sich abgelehnt fühlen muss, da es nur um unbedeutende Inhalte ging und nicht um wirklich Persönliches.  Umgekehrt können auch wir dem anderen nonverbal beim Smalltalk leicht signalisieren, ob wir ihn sympathisch finden, indem wir zu einem uns angenehmen Menschen beispielsweise einen Blickkontakt herstellen oder zu ihm mit warmherziger, freundlicher Stimme sprechen.  Da man nur über Belangloses spricht, haben die Gesprächspartner viel Kapazität und freien kognitiven Speicher, um auf das Nonverbale zu achten.

Falls wir unseren Gesprächspartner dann sympathisch finden, haben wir die Möglichkeit auf der inhaltlichen Ebene tiefsinniger zu werden. Nun können wir über Themen sprechen, die uns schon etwas mehr bedeuten und nicht nur oberflächlich oder langweilig erscheinen.  Je nachdem wie der andere daraufhin nonverbal reagiert, kann man sich dementsprechend verhalten und entweder wieder zurück zur Smalltalkebene wechseln oder das Gespräch weiterhin vertiefen bei beidseitigem Interesse. Da Hochsensible Smalltalk generell meist nicht besonders mögen, ist es gut, wenn sie selbst bei positivem Verlauf auch aktiv das Gespräch auf tiefere Themen lenken. Dieses Aktivwerden wird erleichternd sein und man fühlt sich dem Gesprächsverlauf nicht mehr ausgeliefert. Zudem kann man anderen dadurch zeigen, dass es durchaus angenehm und interessant sein kann über Tiefsinniges zu sprechen. Dies kann andere auch sehr bereichern. Denn es gibt wirklich wesentlich interessantere Themen als oberflächliche Smalltalkthemen. Ich bin immer sehr froh, wenn diese Smalltalkphase beendet ist und fühle mich dann viel freier und entspannter.

In den inhaltlichen Tiefen eines Gespräches fühlen sich normalsensible Menschen oft nicht so wohl und sicher wie hochsensible Menschen. Dies ist wichtig sich bewusst zu machen. Die sehr differenzierte Wahrnehmung der Hochsensiblen kann ihnen schnell zu viel werden. Sie können das, was von hochsensiblen Menschen als empathisch beabsichtigt war, als Übergriff empfinden oder sich irgendwie unangenehm berührt fühlen, da sie nicht wirklich über Persönliches sprechen wollten. Als hochsensibler Mensch habe ich durch den Smalltalk und das Beachten der nonverbalen Aspekte die Möglichkeit zu spüren, wie nah ich einem Mensch inhaltlich kommen darf und wozu er in einem Gespräch thematisch bereit ist. Gerade wir Hochsensiblen haben dafür ein gutes Empfinden und daher ist Smalltalk auch wirklich sinnvioll in dieser Hinsicht.

Treffe ich bei einem Gespräch auf einen ebenfalls hochsensiblen Menschen wird dagegen die Smalltalkphase sehr schnell beendet sein und man geht direkt zu tieferen Themen über. Das ist auch meine persönliche Erfahrung gerade auch bei den regionalen Treffen für Hochsensible.

Generell ist es für hochsensible Menschen sehr erleichternd, wenn direkt zu interessanteren Themen gewechselt werden kann, da die Themen, die bei Smalltalk so üblich sind,  für Hochsensible oft sehr uninteressant sind. Sie interessieren sich beispielsweise kaum für irgendwelche Statussymbole, Prahlereien oder anderes, womit sich einige Menschen versuchen besonders ins Rampenlicht zu stellen. Dies beeindruckt sie keinesfalls. Oberflächlichkeit, Heuchelei, Manipulation oder Provokation werden zudem als sehr unangenehm empfunden.

Was die nonverbale Ebene angeht ist demnach Smalltalk gar nicht oberflächlich, Mit Hilfe von Smalltalk kann ich erreichen, dass sich auch sehr unterschiedliche Menschen mit mir wohl fühlen können. Dies kann sehr wichtig sein, um Gespräche locker zu beginnen und einen Menschen überhaupt kennenlernen zu können. Gerade im beruflichen Bereich habe ich das schon oft erlebt und nutze dies auch, um Gespräche ins Laufen zu bringen sozusagen. Somit erlebe ich den Smalltalk mittlerweile auch als etwas sehr Sinnvolles, um in bestimmten Situationen mit Menschen in Kontakt zu kommen und hierdurch auch neue interessante innere Welten eventuell kennenlernen zu können bei anderen.

 

Kreative Wege der Achtsamkeit

Für Hochsensible aber auch für sehr viele andere Menschen ist es meiner Erfahrung und Ansicht nach von Bedeutung die eigene Achtsamkeit zu stärken, um mehr in der eigenen Mitte und im Hier und Jetzt wieder anzukommen. Wenn jemand den gegenwärtigen Augenblick wirklich vollkommen wahrnimmt, ist er oft auch dadurch in der Lage die schönen freudvollen Aspekte des Lebens viel intensiver zu spüren und wahrzunehmen.
Hochsensiblen fällt dies oft auch leicht aufgrund ihrer intensiven Wahrnehmung, vorausgesetzt sie schaffen es wirklich in der Gegenwart zu sein und nicht von all ihren Gedanken und inneren Bildern abgelenkt oder geschwächt zu werden.

Wenn Sinneseindrücke achtsam wahrgenommen werden, kann sich eine Verbindung mit der jeweiligen Umwelt entwickeln. Sich selbst als Person mit allen Gefühlen und Bedürfnissen wahrzunehmen ist notwendig, um mehr bei sich selbst anzukommen und um sich selbst besser kennenzulernen. Durch Achtsamkeit sich selbst gegenüber ist im Laufe der Zeit mehr Bewusstsein für das eigene Denken, Fühlen und Leben möglich. Mithilfe bestimmter Übungen zur Achtsamkeit kann die Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Person trainiert und verbessert werden. Mir selbst haben beispielsweise Bücher und Hörbücher des Autors Jon Kabat Zinn, der sich intensiv mit dem Thema Achtsamkeit wissenschaftlich beschäftigt hat, sehr dabei geholfen.

Häufig fällt es gerade hochsensiblen Menschen nicht ganz leicht zur Achtsamkeit und zur eigenen Mitte zu gelangen, da vieles was sie momentan erleben, lange und intensiv bei ihnen nachwirkt. Regelmäßige bewusste achtsame Zeiten sind daher sehr wichtig, um wieder im gegenwärtigen Moment ankommen zu können und bewusst zu leben.

Um die Achtsamkeit für den Augenblick wieder stärken zu können, ist es meiner eigenen Erfahrung nach beispielsweise gut, einen angenehmen ruhigen Ort in der Natur regelmäßig zu besuchen und ihn ganz bewusst zu erleben. Die Natur hat auf uns Menschen einen sehr beruhigenden und heilsamen Einfluss und kann dazu beitragen, wieder mehr ins eigene seelische Gleichgewicht zu finden und somit die Achtsamkeit zu erhöhen. Die vielen Gedanken und intensiven Gefühle hinsichtlich Zukunft oder Vergangenheit, die gerade bei Hochsensiblen manchmal verhindern, aktiv im Hier und Jetzt zu sein, können in der Natur oft zur Ruhe kommen.

Eine positive bereichernde Eigenschaft der Hochsensibilität besteht darin, dass auch die angenehmen Aspekte des Lebens intensiv wahrgenommen und geschätzt werden können. Hierzu zählen auch kreativie Ausdrucksformen wie Kunst und Musik. Hochsensible können dabei eine sehr große Freude erleben, unabhängig davon, ob sie Kunst oder Musik selbst praktizieren oder eine Kunstausstellung oder Musikstück erleben. Sie sind häufig sehr kreativ veranlagt in unterschiedlicher Hinsicht und empfinden den kreativen Ausdruck als stärkend und heilsam.

Eine kreative Möglichkeit der Achtsamkeit besteht beispielsweise darin selbst zu malen oder zu zeichnen. In diesem Moment konzentriert man sich völlig auf ein bestimmtes Motiv oder eine Idee, die man zeichnen oder malen möchte. Ich selbst habe es schon oft als sehr meditativ empfunden zu malen oder zu zeichnen, da ich dann meine Gedanken hinsichtlich Zukunft oder Vergangenheit zur Ruhe bringen konnte somit und nur im Hier und Jetzt war bei meinem Bild, das ich malte.  Für mich ist die Kunst daher in jedem Fall eine sehr gute Methode achtsamer zu werden. Andere wählen auch andere kreative Wege wie Stricken oder Häkeln, was sie sehr beruhigen, erden und wieder mit der Gegenwart verbinden kann, wenn man sich ganz auf die eigene Kreativität einlässt. Auch Singen, Musizieren, Tanzen , Schreiben oder andere kreative Wege können Achtsamkeit sehr fördern.

Viele Menschen, gerade auch Hochsensible, fotografieren gerne und zeigen hierbei ein gutes Gespür für schöne Motivaufnahmen. Das Fotografieren wird häufig als meditativ erlebt und oft als Methode zur Erhöhung der eigenen Achtsamkeit empfunden. Ich selbst erlebe dies auch so und mich erdet es sehr, wenn ich fotografieren kann.
Gerade auch in Situationen mit vielen Menschen und Aussenreizen hilft mir das Fotografieren dabei besser filtern zu können in meiner Wahrnehmung. Ich konzentriere mich dann ganz bewusst auf ein bestimmtes Motiv und kann auch alles andere für den Moment fast ausblenden. Situationen aus der Vergangenheit oder Gedanken an die Zukunft treten in den Hintergrund und werden beruhigend still, da ich durch das Fotografieren achtsam für die Gegenwart werde und meine Konzentration darauf gerichtet ist.
Ich kenne einige Menschen, denen es diesbezüglich genauso geht, da ich oft dachte, dass es nur mir hierbei so ergeht. Wenn man achtsam fotografiert, kann dies auf eine ganz besondere Weise erdend und inspirierend sein, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Es fühlt sich ähnlich an wie eine Achtsamkeits-Meditation. Ich empfinde es als sehr schön, wenn sich das Hier und Jetzt dabei ganz intensiv anfühlt.

Vor allem in der Natur fotografiere ich gerne – insbesondere Blumen. Auf den unten stehen Bildern habe ich beispielsweise eine Blüte in Form eines Herzens entdeckt oder auf dem anderen Foto mehrere kleine zarte Blüten und eine Blüte, die sich sehr in den Mittelpunkt stellen wollte, um sich zu zeigen sozusagen. Solche kleinen Dinge fallen mir sehr intensiv auf oft und in Fotos lassen sich solche Momente gut festhalten. Die Natur erlebt man durch achtsames Fotografieren dann ganz anders, sehr bewusst und erhebt gewöhnliche Motive, an denen andere oder man selbst achtlos sonst vorbeigehen würde, zu ganz besonderen Motiven, Details und Perspektiven .

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Gerade bei Blumen sind sehr viele zarte Details oft zu entdecken und sie können sehr viel Stärkendes und Positives ausstrahlen finde ich . Hierzu passt ein sehr schönes Zitat von Ralph Waldo Emerson   : Blumen sind das Lächeln der Erde .

Das Schöne hinsichtlich der Hochsensibilität ist für mich immer wieder, dass ich mich häufig über diese kleinen Dinge sehr intensiv freuen kann. Wenn ich zum Beispiel einen freundlichen Menschen treffe, mir jemand, der mir viel bedeutet, etwas Liebes sagt oder schreibt, den Sonnenschein spüre oder die Natur achtsam bewundere, geht mein Herz sozusagen wieder auf, gerade wenn ich vielleicht vorher viele aufwühlende Gedanken oder Gefühle in mir hatte.
Daher finde ich Achtsamkeit so wertvoll und bin mir sicher, dass wir sie trainieren und verbessern können beispielsweise durch die genannten kreativen Möglichkeiten oder auch durch andere kreative Ausdrucksformen, die für einen selbst geeignet erscheinen.

 

 

 

 

 

Hochsensibilität als Stärke erkennen

Häufig sind Hochsensible sehr kritisch mit sich selbst , zweifeln oft an sich und das Selbstwertgefühl kann dadurch geschwächt werden. Es gibt Situationen, die hochsensiblen Menschen alles andere als leicht fallen, aber es gibt auch einiges, was sehr leicht fällt und anderen durchaus sehr schwer fallen würde. Daher finde ich es wichtig und motivierend, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Hochsensible viele wertvolle Fähigkeiten und Stärken besitzen. Sie sind je nach Person unterschiedlich ausgeprägt, denn auch zwischen hochsensiblen Menschen bestehen individuelle Unterschiede aber auch einige charakteristische Gemeinsamkeiten. Sowohl für das private als auch berufliche Umfeld sind die Stärken von Hochsensiblen eine Bereicherung und daher möchte ich in diesem Artikel genauer darauf eingehen. Ich selbst habe früher auch oft Schwierigkeiten damit gehabt, mich auf meine Fähigkeiten zu konzentrieren und sie mir bewusst zu machen, gerade deswegen finde ich es so wichtig diese hier zu betonen.

Besondere Sinneswahrnehmung

Hinsichtlich der Sinneswahrnehmung haben Hochsensible wertvolle Fähigkeiten. Aufgrund ihrer intensiven Wahrnehmung bemerken sie einiges, was anderen niemals auffallen würde. Einige haben ein absolutes Gehör, was zum Beispiel gerade im musikalischen Bereich sehr von Vorteil ist. Sie hören auch leise Geräusche, die anderen verborgen bleiben, was oft von Nutzen sein kann, aber natürlich auch manchmal anstrengend ist .
Auch beispielsweise sehr feine Gerüche werden von vielen Hochsensiblen wahrgenommen, die andere überhaupt nicht bemerken würden . Dies kann in einigen Situationen vorteilhaft sein.

Intensive positive Gefühle erleben

Hochsensible fühlen intensiver auch in positiver Hinsicht . Die starke innere Freude, die sie beispielsweise beim Anblick eines schönen Bildes, beim Hören einer bestimmten Musik oder im Zusammensein mit einem für sie wichtigen Menschen erleben können, ist eine besondere positive Eigenschaft und Fähigkeit, die hochsensible Menschen charakterisiert. Freundschaft und Liebe wird sehr intensiv empfunden und kann aufgrund der starken Emotionen sehr viel innere Kraft geben, aber natürlich auch aufwühlend sein. Die Freude über kleine Dinge wie ein liebes Wort, die wärmenden Sonnenstrahlen, eine schöne Blume am Wegesrand oder eine Umarmung eines lieben Menschen kann Hochsensiblen sehr viel Lebensfreude geben und je achtsamer sie gelernt haben auf solche Dinge zu achten und sie zu schätzen desto mehr können sie es geniessen diese Fähigkeit zu besitzen.

Kreativität und Phantasie

Hochsensible besitzen sehr häufig eine hohe Kreativität und Phantasie . Je bewusster ihnen ihre kreative Fähigkeit ist und sie diese ausleben können desto mehr kann dies das Selbstbewusstsein stärken . Sowohl beruflich aber auch als Hobby kann die Kreativität gut genutzt werden, sei es im musikalischen, künstlerischen, schriftstellerischen oder einem anderen kreativen Bereich. Manchmal ist diese Seite verloren gegangen im Laufe der Zeit. Dann ist es sinnvoll, sich daran zurück zu erinnern, welche kreativen Dinge man als Kind gerne gemacht hatte. Diese Fähigkeiten sind immer noch in uns vorhanden und können wieder zum Vorschein gebracht werden.

Gute Zuhörfähigkeit

Charakteristisch für hochsensible Menschen ist es, dass sie sehr häufig wirklich gute aufmerksame Zuhörer sind. Da sie Reize und Informationen intensiver verarbeiten als Normalsensible fällt ihnen das Zuhören leicht und sie merken sich Details, die anderen entgehen würden. Indem sie aufmerksam zuhören, vermitteln sie dem Gegenüber ein gutes Gefühl von Interesse, ernstgenommen zu werden und von Wertschätzung, das manche Menschen nur ganz selten oder nie erfahren haben in ihrer Vergangenheit.
Auch einige Zeit später erinnern sich Hochsensible an Details eines Gespräches oder an eine bestimmte Situation, die andere längst vergessen haben. Dieses Merken von Gesprächsdetails ist vor allem auch beruflich oft sehr von Vorteil aber auch in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Eine Schwierigkeit besteht jedoch hierbei darin, dass solches Zuhören natürlich auch verarbeitet und einsortiert werden muss innerlich. Daher dauert es oft lange bis Hochsensible nach intensiven oder mehreren Gesprächen wieder innerlich zur Ruhe kommen und die innere Verarbeitung sozusagen abgeschlossen ist.
In diesem Zusammenhang  fällt mir immer wieder auf, dass Hochsensible Energie und Kraft durch intensive tiefsinnige Gespräche bekommen, während anderen diese Gespräche schnell zu anstrengend werden. Dies unterscheidet oft Hochsensible von Normalsensiblen. Auch Smalltalk, der anderen Freude macht und leicht fällt, hat auf hochsensible Menschen meist eine ganz andere Wirkung. Smalltalk empfinden sie oft als schwierig und beherrschen ihn auch oft gar nicht gut, da er zu wenig in die Tiefe geht und an der Oberfläche bleibt.

Ich selbst habe schon sehr häufig erlebt sowohl privat als auch beruflich, dass Menschen mir sehr persönliche Dinge erzählen und mir sagten, dass sie sich darüber wundern, dies bei mir zu können. Sie begründeten es damit, dass ihnen sonst kaum jemand wirklich aufmerksam zuhört und sie nun plötzlich persönliche Dinge erzählen können, über die sie eventuell nie gesprochen haben. Ich empfinde diese Gabe als etwas sehr Wertvolles und freue mich, wenn ich jemandem damit helfen kann. Andererseits musste ich auch lernen mich in manchen Situationen abzugrenzen, wenn mich Gespräche zu sehr belasten oder mir Energie rauben. Hier zu differenzieren ist sehr wichtig für Hochsensible meiner Ansicht und Erfahrung nach.

Hinsichtlich des Zuhörenkönnens denke ich immer an eines meiner Lieblingsbücher an „Momo“ von Michael Ende. Ich mag dieses Buch und den Film seit Kindheit wirklich sehr und mich faszinierte die kleine Momo, die die besondere Gabe des Zuhörens besitzt , vieles hinterfragt, eine hohe Empathie zeigt und den Dingen auf den Grund gehen möchte, bereits als Kind sehr. Ich mochte ihre Art und irgendwie erkannte ich mich wohl selbst in ihr, da sie meiner Ansicht nach ein hochsensibles Mädchen sehr gut darstellt.
Momo zeigt, wie man zuhört, sich für andere Zeit nimmt und wie Menschen sich verändern können, wenn man ihnen nur wirklich einmal richtig zuhört.
Ein schöner Artikel zum Thema Zuhören und „Momo“ ist unter folgendem Link zu sehen. Hier findet man auch den Textausschnitt des Buches „Momo“ zum Thema Zuhören und wie sie diese Gabe anwendet.

https://meinesichtderwelt.wordpress.com/2016/10/07/spruch-zum-wochenende-zuhoeren-2/

Ganzheitliches Denken und Reflektiertheit

Ganzheitliches Denken und Reflektiertheit gehört zu einer weiteren sehr wertvollen Stärke hochsensibler Menschen. Sie hinterfragen Dinge und können über ein Thema in ganz verschiedenen Richtungen sachlich und reflektiert argumentieren. Dies ist gerade beruflich oft sehr von Vorteil und wird oft sehr geschätzt in bestimmten Arbeitsbereichen.

Gerade aus diesem Grund zählen auch viele Dichter und Denker zu den Hochsensiblen, da die Motivation und das Interesse zu philosophischen Diskussionen hier oft stark ausgeprägt sind . Die Gespräche mit anderen Hochsensiblen empfinde ich persönlich immer wieder als sehr bereichernd und äusserst interessant.

Empathie 

Eine besonders häufig genannte Stärke von Hochsensiblen ist ihre ausgeprägte Empathie, die individuell aber unterschiedlich stark sein kann.
Hochsensible Menschen besitzen eine besonders feine Wahrnehmung im zwischenmenschlichen Bereich. Daher bemerken sie schnell, wenn es dem Gegenüber nicht gut geht, auch wenn die betreffende Person dies vielleicht noch nicht einmal selbst spürt, wie es ihr gerade geht. Sie spüren intuitiv meist sehr genau, was in einer bestimmten zwischenmenschlichen Situation vor sich geht und nehmen die Stimmungen in einem Raum intensiv wahr, was oft auch anstrengend und belastend sein kann gerade bei negativen Gefühlen.

Unser persönliches und oft auch berufliches Umfeld sowie die Gesellschaft braucht unbedingt empathische Menschen, da Einfühlungsvermögen eine ganz wichtige und oft seltene Fähigkeit darstellt.

Diese hohe Empathie kann hochsensiblen Menschen allerdings auch oft schwächen, vor allem wenn sie sich nicht genügend abgrenzen können gerade bei den Sorgen und Nöten anderer Menschen.                                                                                    Wichtig ist es daher, sich genügend abzugrenzen, zu lernen die eigenen Gefühlen von fremden Gefühlen zu unterscheiden und zu erkennen, inwieweit man empathisch sein kann und möchte, um die eigene Kraft behalten zu können.
Auch nonverbale Äußerungen oder Gesten, die von anderen gar nicht wahrgenommen werden, bemerken Hochsensible sehr schnell und verarbeiten auch diese. Gefühle anderer Menschen können sehr leicht nachempfunden werden aufgrund der oft hohen Empathie

Hochsensiblen passiert es sehr häufig, dass andere Menschen ihnen ihre Sorgen anvertrauen, auch wenn sie normalerweise mit kaum jemandem darüber sprechen würden. Ich persönlich erlebe dies auch immer wieder in den unterschiedlichsten Situationen. Menschen spüren die Empathie sicherlich und haben dann auch oft das Bedürfnis sich mitzuteilen, worüber sie sich in einigen Fällen oft selbst wundern, da sie es von sich nicht kennen.

Gerechtigkeitssinn und ehtisches Bewusstsein

Bei Hochsensiblen ist der Gerechtigkeitssinn sehr stark ausgeprägt und sie handeln gar nicht gerne gegen ihr persönliches Gewissen. Es ist ihnen sehr wichtig, dass es gerecht in zwischenmenschlichen Situationen zugeht und sie setzen sich oft für die Rechte von Mitmenschen ein, die Hilfe benötigen.
Ihnen ist es wichtig, dasss niemand benachteiligt wird. Daher setzen sich Hochsensible sehr häufig für schwächere Menschen ein, um diese zu unterstützen, wenn ihnen unrecht getan wird.
Sie spüren einen starken Wunsch nach moralisch korrektem Verhalten und Unmenschlichkeit ertragen sie ganz schwer und können es nicht nachvollziehen.

Ich sehe es als ganz wichtig und wertvoll an, dass Hochsensible in ihrem Umfeld, sich für Gerechtigkeit und ethisches Verhalten einsetzen. Dies ist für unsere Gesellschaft sehr wichtig gerade in der heutigen Zeit.

Diese Stärken, die ich hier dargestellt habe sind nur einige charakterische Fähigkeiten von Hochsensiblen. Es gibt noch mehr davon, aber die genannten finde ich persönlich sehr wichtig, um sich bewusst zu machen, welche wertvollen Eigenschaften hochsensible Menschen haben. Wichtig ist es diese Gaben wertzuschätzen und nicht als etwas Selbstverständliches zu sehen. Wenn man sich auf diese Fähgikeiten konzentriert, kann dies das Selbstwertgefühl im Laufe der Zeit sehr stärken und auch andere Menschen bereichern .

 

 

Zur Ruhe im Alltag finden

Hochsensiblen Menschen fällt es im Alltag häufig nicht besonders leicht wirklich innerlich zur Ruhe zu kommen, da vieles, was sie aktuell erlebt haben, lange und intensiv bei ihnen nachwirkt und aufwühlt wie Gespräche, Bilder, Gedanken und Gefühle . Regelmäßige Entspannung ist daher notwendig, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen und alle Reize und Informationen verarbeiten zu können.
Manchmal hilft es schon, einige Minuten die Augen zu schließen, um einer zu hohen Reizüberflutung rechtzeitig vorzubeugen.

Immer wieder zur Ruhe zu kommen, ist natürlich für alle Menschen sehr wichtig in unserer oft sehr lauten und hektischen Welt, aber gerade Hochsensible merken noch viel schneller und intensiver, wenn ihnen diese Zeiten und Möglichkeiten der Ruhe fehlen, um sich zu erholen und zu regenerieren. Sie können wieder in ihre eigene Mitte zurück finden, wenn sie sich regelmäßig entspannen können in Ruhe.

Vielen Hochsensiblen hilft es regelmäßig zu meditieren, um ruhiger zu werden und mit den alltäglichen Herausforderungen leichter umgehen zu können . Es  gibt ganz unterschiedliche Arten der Meditation . Ich persönlich bevorzuge die Stille – Meditation und speziell die Vipassana Meditation, zu der ich später noch etwas schreiben werde. Ein fester Platz in der Wohnung, an dem man sich wohl und behütet fühlt, ist förderlich für eine Meditation, da dies eine gewisse Kontinuität gibt . Wenn man bereits etwas geübter hinsichtlich Meditieren ist, ist es auch leichter möglich an ganz unterschiedlichen Plätzen und Orten zu meditieren . Für mich persönlich ist es auch sehr angenehm, in der Natur eine Meditation zu machen, beispielsweise angelehnt an einem Baum, der zusätzlich Kraft gibt oder am Strand, der nur leider zu weit weg ist von hier, um spontan hinzufahren. Meditieren bereichert mein Leben sehr. Abgesehen davon, dass ich dadurch oft innere Ruhe finde, empfinde ich dadurch auch mehr Demut und Dankbarkeit dem Leben gegenüber . Regelmäßig Meditation in den Alltag einzubauen ist sehr wirkungsvoll. Oft fällt diese Regelmäßigkeit gerade anfangs schwer, aber mit der Zeit wird es einfacher. So habe ich es erlebt.

Mediteren trainiert die Achtsamkeit insgesamt und schärft und klärt das Bewusstsein und die Sinne. Menschen, die regelmäßig Meditation ausüben berichten darüber sehr häufig und sie lernen dadurch bewusster zu leben und mehr darauf zu achten, was ihnen gut tut und was ihnen nicht gut tut im Leben.  Zu den weiteren wissenschaftlich erwiesenen Vorteilen von Meditation zählen, dass es das Stresslevel senkt,  die Aufmerksamkeitsspanne verlängert, Menschen fokussierter und kreativer macht und die Fähigkeit zu Mitgefühl und Selbstliebe schult .

Wenn Menschen bereits lange schon regelmäßig meditieren, ereichen sie manchmal dabei eine völlige Gedankenstille, die sehr glücklich machen kann, da es ein sehr schöner Zustand ist. Anfangs ist es jedoch oft so, dass sehr viele Gedanken, Gefühle und Bilder während der Meditation auftreten. Hiermit wird uns bewusst, was innerlich bei uns gerade los ist und wir werden uns dem bewusst, was in uns zur Zeit vorgeht. Lösungen und klare Gedanken können dadurch entstehen. Wichtig ist alles was innerlich auftritt nicht zu bewerten. Alles darf kommen und wird auch wieder gehen wie die Wolken am Himmel  – jeder Gedanke, jedes Gefühl darf da sein. Wichtig ist hierbei nicht zu streng und nicht ungeduldig mit sich zu sein und zu akzepieren, was zur Zeit für einen selbst möglich ist. Meditieren bedeutet nicht an nichts zu denken, sondern die Gedanken vorbeiziehen zu lassen ohne ihnen eine besondere Beachtung zu schenken und sie loslassen zu können, nichts festhalten zu wollen und sich gegen nichts zu wehren, was innerlich auftritt. Dann kann es wieder ruhiger in einem selbst werden. Wenn Menschen jedoch stark traumatisiert und gerade psychisch nicht sehr stabil sind, ist die Meditation in Stille eher abzuraten . Es gibt dann andere Arten der Meditation, beispielsweise geführte Meditation ohne viele Stillephasen, die in diesen Fällen geeigneter sind oder auch andere Formen der Entspannung, die nicht in der Stille praktiziert werden.

Vor einigen Jahren als ich mit Meditation begonnen habe, merkte ich, dass für mich persönlich die Meditation in Stille, die Vipassana Meditation am besten ist. Hier geht es darum, sich in kompletter Stille nur auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. Am Atem orientiert man sich sozusagen und kehrt immer wieder bewusst zum Atem zurück, wenn zu viele Gedanken und Gefühle hochkommen. Oft stellt sich dann nach einigen Minuten eine tiefe innere Ruhe ein – dies habe ich so bei mir selbst in der Meditation erlebt.

Seit einiger Zeit gibt es bei uns in der Stadt Meditationsabende speziell für hochsensible Menschen. Ich bin sehr froh und dankbar dafür, dass es dieses Angebot hier gibt. Häufig kann Meditation in der Gruppe noch mehr stärken gerade unter Menschen, die genauso ticken wie man selbst.

In einem früheren Meditationskurs wurde immer wieder betont, dass es egal ist, wie lange wir meditieren. Wenn wir gerade nur ein paar wenige Minuten dies tun, kann auch dies hilfreich sein und seine Wirkung haben. Vor einiger Zeit habe ich ein sehr schönes liebevoll gemachtes kleines Video namens „one moment meditation“ ( mit deutscher Übersetzung )  gefunden. Es zeigt, dass auch ein paar Minuten Meditation sehr gut sind und ruhiger machen können :