Historisches zum Thema Hochsensibilität

Hochsensibilität existiert bereits seit Anbeginn der Menschheit. Sie ist für unsere Welt schon immer notwendig und sinnvoll gewesen. Hochsensible Menschen gab es schon immer, aber erst seit relativ kurzer Zeit werden sie auch so benannt, da die Begrifflichkeit vorher dafür fehlte. Hochsensibilität ist angeboren und wird vererbt. Gleichviele Männer und Frauen sind von Hochsensibilität betroffen. Auch bei Tieren gibt es etwa 15 Prozent hochsensible Tiere, die oft die Aufgabe haben, andere Tiere zu warnen und zu schützen aufgrund ihrer sensiblen Wahrnehmung. Hochsensibilität ist somit kein neues Thema, da es sie schon immer gab.

Die amerikanische Psychologin und Autorin Elaine N. Aron begann 1997 mit der konkreten wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas und der Begriff Hochsensibilität wurde durch sie geprägt. Sie war die erste, die das Thema in der Gesellschaft öffentlich bekannt gemacht hat, indem sie Literatur über Hochsensibilität schrieb. Zudem entwarf sie einen Hochsensibilitätstest, mit dem für Betroffene leichter zu erkennen ist, ob sie selbst hochsensibel sind.

Elaine N. Aron betont , dass es für das Überleben einer Population sehr wichtig ist, einen bestimmten Anteil an hochsensiblen Mitgliedern zu haben, da sie aufgrund ihrer empfindsamen Wahrnehmung Risiken rechtzeitig erkennen können, die andere nicht bemerken. Auf diese Weise schützen und warnen sie die anderen Normalsensiblen, sich angemessen zu verhalten, um riskante Situationen zu vermeiden. Hochsensible und Normalsensible, die eher furchtloser und aktiver in bestimmten Situationen reagieren, ergänzen und brauchen sich in der Gesellschaft und im Alltag mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten gegenseitig. Heutzutage spielt Hochsensibilität meist nicht mehr zum Überleben einer Gruppe eine entscheidende Rolle, aber auch in der modernen Welt haben sie eine wichtige Aufgabe. Menschen sind mittlerweile in ihrem Alltag viel mehr Sinnesreizen ausgesetzt als in früheren Zeiten gerade durch die ständige Werbung, das Internet, Fernseher oder den Gebrauch von Handys. Es wird alles lauter, ruheloser und schneller in unserer Welt .Viele können gar nicht mehr bei dieser Entwicklung mithalten und wollen dies auch oft nicht, da sie erkennen, dass diese Entwicklung für die Menschheit und die Welt generell nicht gut und gesund sein kann. Hochsensible bemerken dies am schnellsten aufgrund ihrer Empfindsamkeit, aber leider werden sie nicht wirklich gehört oder gesehen, da sie nicht gerne im Mittelpunkt stehen möchten. Die Tatsache, dass Hochsensibilität heute wesentlich stärker auffällt als früher hat mit der modernen gesellschaftlichen Entwicklung zu tun. Unsere sensitive Wahrnehmung wird in vielerlei Hinsicht viel intensiver heutzutage gefordert als zu damaligen Zeiten. Gerade hochsensible Menschen fühlen sich häufig davon belastet. Hierdurch fallen sie heute auch deutlicher auf als zu früheren Zeiten. Häufig haben sie das Gefühl, dass sie nicht in diese schnelle Welt passen. Sie erkennen leider oft nicht, dass sie mit ihrer Andersartigkeit und Empfindsamkeit sehr viel Positives und Heilsames bewirken können. Gerade ihre ruhige, empathische und reflektierte Art ist notwendig hinsichtlich der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung.

Die neurowissenschaftliche Forschung zum Thema befindet sich zurzeit noch in den Anfängen. In damaligen Zeiten haben Hochsensible oft mehr Anerkennung bekommen, da sie als „Gelehrte“ oder „Revolutionäre“ galten im positiven Sinne. Sie hatten früher oft wichtige seelsorgerische oder künstlerische Funktionen in der Gesellschaft, für die sie sehr geschätzt worden sind. Leider ist es in der heutigen Zeit eher so, dass Hochsensible verletzende Worte wie „Mimose“ oder „Memme“ sich anhören müssen, was sie verunsichern kann. Manchmal kommt es auch vor, dass fälschlicherweise irgendwelche psychischen Störungen diagnostiziert werden, wenn die Hochsensibilität nicht erkannt wird beziehungsweise sie den Therapeuten oder Ärzten nicht bekannt ist. Die hochsensiblen Menschen, die ihre hochsensible Art erkennen und wertschätzen, können dagegen oftmals ihre Stärken für sich und andere gut einsetzen.

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